Die Nixe Saala sitzt auf einen Felsen

Die Nixe Saala

Für eine Seite mit Sagen von der Oberen Saale ist es fast schon Pflicht sich mit der Herkunft des Namens Saale zu beschäftigen. Und tatsächlich gibt es mehrere Sagen, die sich mit der Namensgebung der Saale beschäftigen. Die Bekannteste in unserer Region ist die Sage von der Nixe Saala.

Als sie sich nun so auf ihren Felsen sonnte, fragte sie sich: „Wie kann ich den anderen von diesen schönen Ort erzählen, wenn der noch nicht mal einen Namen hat?“ Also beschloss sie dem Fluss einen Namen zu geben und weil sie nicht ganz uneitel war, fiel ihr nur ein Name ein, der schönste auf der ganzen Welt: Ihrer! Seit dem trägt der Fluss den Namen Saala, aus dem im laufe der Zeit Saale wurde.

Damals als der Fluss noch über das platte Land floss, als die Berge noch keine Namen hatten, als es am Fluss noch nicht einmal Berge gab, geschweige denn Menschen, als auch der Fluss ohne Name dahin rauschte, also vor uralten Zeiten, da tauchte die Nixe Saala im Fluss auf. Weil es aber keine Berge gab, waren die Felsen auch sehr rar. Aber sie fand einen und setzte sich gleich darauf um ihr Haar zu trocknen und sich ein bisschen auszuruhen.

Und weil sie sich hier so wohlfühlte wurde der Felsen auf dem sie sich sonnte zu ihrem Lieblingsplatz. Hierher kam sie immer wieder zurück, auch als sie Nixen aus anderen Quellen traf und in ihren Kreis aufgenommen wurde. Als dann die ersten Menschen an die Saale kamen, verehrten sie die Nixe Saala als ihre Flussgöttin. Der Felsen auf dem sie sich sonnte bekam den Namen Saalas Altar.

Das Auftauchen der Nixe Saala

Damals als es noch nicht einmal Berge gab an der Saale, da tauchte auf einmal die Nixe Saala auf. Die Geologie sagt uns, das war etwa vor 370 bis 320 Millionen Jahren. Damals bestand die Erde nur aus zwei Kontinenten, Laurussia und Gondwana. Beide Kontinente trifteten aufeinander zu und kollidierten schließlich. In etwa so wie es heute mit Asien und Indien passiert. Und so, wie sich heute zwischen Indien und Asien der Himalaya immer noch auftürmt, entstand damals ebenfalls ein Gebirge, das Variskische Gebirge. Es war ca. 600 km lang und im Durchschnitt 5000 m hoch. Durch die Erosion wurde es im Laufe der Jahrmillionen abgetragen. Am Ende blieben unsere heutigen Mittelgebirge übrig, die unter anderem auch von der Saale umspült werden.

Der Ursprung der Saale

Mit dem Auffalten der Berge, entstanden natürlich auch Wasserläufe und Flüsse. Der Lauf der Saale entstand aber erst am Ende des Tertiär. Das war vor etwa 5 bis 10 Millionen Jahren. Zumindest fing zu der Zeit die Einkerbung des Saaletals an. Das war allerdings schon weit bevor hier die ersten Menschen auftauchten, denn die gab es schlicht noch nicht.

Während der Kaltzeiten drangen die Eisschilde nicht immer bis an die Saale vor. Allerdings war das Land in Folge des Eisschildes sehr trocken. Die Saale führte in der Zeit wenig Wasser und lag vorwiegend trocken. Tief eingeschnitten haben sich die Täler in den Zwischenwarmzeiten. Ihr heutiges Flussbett bezog die Saale dann entgütig nach den letzten Eiszeiten.

Die Saale – ein fließendes Gewässer

Kommen wir zu unserem Anfangssatz zurück, dann sagt er aus, dass es die Saale schon vor allen Menschen gab. Dabei steht die Nixe hier als Synonym für den Fluss selbst. Daraus folgt: Der Fluss – in Form der Nixe – gibt sich den Namen selber. Das klingt natürlich sehr seltsam für uns. Beschäftigt man sich aber ein wenig mit der Bedeutung des Namens, dann versteht man das Ganze. Denn Sala oder Salu steht in vielen indogermanischen Sprachen für fließendes Gewässer. Man beizeichnet ja heute noch kleine Bäche als Rinnsal. So wird der Name Saale vom fließenden Gewässer abgeleitet, also von sich selbst, womit sich der Bogen wieder schließt.

Von der Flussgöttin zur Nixe Saala

Zufällig ist das Auftauchen der der Nixe nicht. In vorchristlichen Religionen hatte jeder Fluss seine eigene Flussgottheit. Diese Gottheit wurde wahrscheinlich von den ersten Menschen angebetete, die sich hier am Fluss niederließen. Mit den verschiedenen Völkern die hier im Laufe der Zeit siedelten, änderte sich immer wieder die Form der Fussgottheit, aber sie war immer ein fester Bestandteil der Vorstellungswelt der Menschen am Fluss. Spätestens seit den Kelten war diese Gottheit eine Göttin, deshalb trägt die Saale auch einen weiblichen Namen. Der Satz als dann die ersten Menschen an die Saale kamen, verehrten sie die Nixe Saala als ihre Flussgöttin macht das mehr als deutlich.

Mit dem Aufkommen des Christentums war kein Platz mehr für andere Götter. Die monotheistische Weltanschauung der Christen duldet nur einen Gott. Deswegen wurden alle anderen Götter bekämpft. Allerdings lassen sich Jahrtausende alte Glaubensvorstellungen nicht einfach aus den Köpfen der Menschen vertreiben. Und so ist aus der Flussgötten Saala eine die Nixe Saala geworden. Sie hat weiterhin übernatürlichen Kräfte und ist mit dem Fluss in einer besonderen Weiße mit dem Fluss verbunden. Im Grunde Glaubten die Menschen noch lang, dass zu jedem Fluss eine Nixe gehört. Als sie Nixen aus anderen Quellen traf, traf sie nicht nur andere Nixen, sie traf andere Flussgottheiten.

Saaltahl Alter, ein Kultplatz und der Altar der Saala

Als Letztes geht se noch um den Felsen auf dem sie sich sonnte. Dieser bekam den Namen Saalas Altar. Dieser Felsen existierte wirklich und gab dem Ort Saaltahl-Alter seinen Namen. In vorchristlicher Zeit war das ein bedeutender Kultplatz mit einer höheren Hierarchie. Die Menschen die zu Naturgottheiten beteten hatten verschieden Plätze, wo sie zu ihren Göttern beteten. Das war der einfache Schrein im Haus, an dem mehrmals täglich gebetet wurde. Dann gab es den einfache Kultplatz nahe der Siedlung, die wöchentlich besucht wurde. An Kultstätten mit einer höheren Hierarchie, kamen Menschen aus einer ganzen Umgegend zusammen, um vor allem Feste des Jahreskreises zu feiern. Das kann schon mal ein Einzugsbereich, etwa halb so groß wie unsere heutigen Landkreise gewesen sein. Gefeiert wurde dann meist mehrere Tage lang. Dabei gab es verschieden Rieten, Bräuche und Opferzeremonien. Eine solche Kultstätte war der Altar der Saala, und auch hier wurden große Feste gefeiert. Darüber berichtet aber eine andere Sage, die wir uns später anhören werden.

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